Berufs­haftpflicht­versicherung für Freiberufler


Betriebshaftpflicht oder Berufshaftpflicht für Freiberufler?

Freiberufler sind bei ihrer Tätigkeit einer großen Zahl von Haftungsrisiken ausgesetzt. Für schuldhaft verursachte Schäden haften sie unbegrenzt mit ihrem gesamten Vermögen und allem, was sie in Zukunft noch verdienen. Soweit die Rechtsform des Unternehmens keine Haftungsbeschränkung erlaubt, wie zum Beispiel bei der GmbH, umfasst die Haftung auch das private Vermögen. Eine Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler schützt vor diesem existenziellen Risiko.

Die Haftpflichtversicherung erfüllt immer eine dreifache Funktion. Sie prüft zunächst, ob Ansprüche überhaupt berechtigt sind, sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach. Ist dies der Fall, tritt die Schadensersatzfunktion ein, das heißt, berechtigte Ansprüche werden durch Zahlung einer Entschädigung erfüllt. Stellt der Versicherer fest, dass der Anspruch ganz oder teilweise zu Unrecht erhoben wird, stellt er sich schützend vor seinen Kunden. Die Berufshaftpflicht für Freiberufler weist die Forderungen zurück und führt notfalls auch einen Gerichtsprozess.


Freiberufler am Schreibtisch bei der Erstellung von Grafiken am PC

 

Die Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler sichert Personen- und Sachschäden ab. In diese Kategorie fallen auch sogenannte Vermögensfolgeschäden, also zum Beispiel der Verdienstausfall eines Verletzten. Auch diese Folgeschäden sind in der Betriebshaftpflicht für Freiberufler versichert. Schadenbeispiele zur Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler lassen sich leicht im Alltag finden: Ein Klient verletzt sich, weil er auf frisch aufgewischtem nassem Boden ausrutscht. Ein fremder Schlüssel oder eine Zugangskarte gehen verloren. Die Streu- und Räumpflicht vor dem eigenen oder gemieteten Gebäude wird verletzt, und ein Passant stürzt.

Für viele Tätigkeiten weist die Deckung der Betriebshaftpflicht aber gefährliche Lücken auf. Sie sind mit den echten oder reinen Vermögensschäden konfrontiert und benötigen deshalb den erweiterten Umfang der Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler. Das betrifft besonders Selbstständige und Freelancer, die beratend oder aufsichtsführend tätig sind. Gutachter, Notare, die bei Beurkundungen einen Fehler machen, Rechtsanwälte und Architekten die durch Frist- und Terminversäumnisse ein Vermögensschäden verursachen können. Für einige, wie den Kammerberufen, ist eine Berufshaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, sogar Mindestdeckungssummen sind exakt festgelegt. Dies betrifft neben den bereits erwähnten Architekt und Rechtsanwalt zum Beispiel auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.


Individuelle Vertragsvarianten in der Berufshaftpflicht für Freiberufler

Entsprechend der jeweiligen Tätigkeit sind sehr unterschiedliche Vertragskonzeptionen nötig. Expertenrat ist erforderlich, um eine maßgeschneiderte Deckung ohne unwirtschaftliche Elemente, aber - noch wichtiger - ohne gefährliche Lücken im Versicherungsschutz zu erhalten. Architekten können beispielsweise wählen, ob sie eine durchlaufende Versicherung abschließen oder die Berufshaftpflichtversicherung Objektbezogen abgeschlossen wird. Auch in Branchen, in denen man es zunächst gar nicht vermuten mag, lauern Gefahren, die zu einem Vermögensschaden führen können. Ein Büro- und Übersetzungsservice mit Kundenkontakt benötigt beispielsweise die Betriebshaftpflicht für Freiberufler, wenn es um Personen- und Sachschäden geht, aber ebenso die Berufshaftpflicht für Freiberufler, denn eine nicht weitergeleitete Telefonnotiz, ein Fehler in einem Brief oder einer Übersetzung können sehr wohl Ersatzansprüche wegen eines Vermögensschadens zur Folge haben.


Freiberuflerin sortiert Akten mit Ihrem Büroserviceunternehmen

Risiken im Zeitalter der Digitalisierung

Die Versicherer in der Berufs- und Betriebshaftpflicht für Freiberufler müssen sich zunehmend mit den Gefahren aus Internet und Digitalisierung auseinandersetzen. Empfehlenswerte Versicherungskonzepte beziehen deshalb die sensiblen Themen Markenrecht, Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht in die Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler mit ein. Auch das versehentliche Einschleusen von Viren, Trojanern und anderer Maleware in fremde Computersysteme ist ein Thema, das in der Berufshaftpflicht für Freiberufler abgedeckt wird. Geheimhaltungspflichten können durch Datenlecks viel leichter verletzt werden, als dies früher zum Beispiel durch fehlerhafte Entsorgung von Papierabfällen möglich war.

Ein weiterer Pluspunkt für die Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung für Freiberufler ist ein passiver Rechtsschutz. Die Versicherung kann bei einer unberechtigen Forderung die Kosten der Verteidigung in einem Schadensprozess übernehmen und dadurch den Ausgang des Rechtsstreits positiv beeinflussen.


Deckungssummen ausreichend bemessen

Die Versicherungssumme, in der Haftpflichtversicherung meist als Deckungssumme bezeichnet, ist ein wichtiges Kriterium für professionellen Versicherungsschutz. Da dem Versicherten vom Gesetz eine unbegrenzte Haftung auferlegt ist, sollte sie möglichst hoch gewählt werden. Stehen verschiedene Vertragsmodelle zur Wahl, ist der Beitragsunterschied zwischen der niedrigeren und der höheren Summe oft gar nicht groß. In der Betriebshaftpflichtversicherung sind Deckungssummen von pauschal drei Millionen Euro für Personen- und Sachschäden üblich. In der Berufshaftpflichtversicherung werden die Vermögensschäden meist zwischen einhundert Tausend Euro bis zwei Millionen Euro ausgewählt. Individuell können höhere Summen bei unseren Finanzchecks Experten angefragt werden.


Finanzchecks-Tipp für Freiberufler:

Zusätzlich zum Berufshaftpflichtvertrag kann eine Vertrauensschadenversicherung integriert werden, die bei Diebstahl, Betrug, Untreue und Unterschlagung durch eigene Mitarbeiter zahlt. Desweiteren eine Cyberversicherung, die einen umfassenden Versicherungsschutz für Eigenschäden bei Datenverlust und Hackerangriffe bietet. Eine Inhaltsversicherung mit Betriebsunterbrechung bietet nicht nur Schutz bei unvorhergesehenen Schäden im Büro, sondern kümmert sich auch um den entgangenen Gewinn und laufende Kosten bei einer Unterbrechung.

Schadenbeispiele Berufshaftpflicht für Freiberufler und Freelancer

blauer Kasten   Werbeagentur

Verletzung von Urheberrechten bei der Gestaltung von Werbemitteln; erkennbare Verstöße gegen Wettbewerbsvorschriften; Mehraufwand durch Fehler bei der Leitung von Projekten (z.B. verspätete Einbeziehung von Fachabteilungen); fehlerhafte Entwicklung und Pflege von Kundenservern; irrtümliches Löschen von Daten Dritter, Weitergabe virenbehafteter Daten.

blauer Kasten   Dolmetscher und Übersetzer

Fehler bei der Übersetzung, der zur Folge hat, dass ein Werk (Broschüre, Buch etc.) neu gedruckt werden muss; Verlust der zu übersetzenden Schriftstücke oder Tonträger.

blauer Kasten   Grafikdesigner und Webdesigner

Verletzung von Urheber- und sonstigen geschützten Rechten durch Übersehen, dass der erstellte Entwurf durch einen Dritten angemeldet und somit geschützt ist; Beantragung eines falschen Domain-Namens, die Daten werden an den falschen Host-Provider übermittelt, wegen dieses Versehens muss die benötigte Domain nun teuer zurückgekauft werden.

blauer Kasten   Reisebüro

Mitteilung einer falschen Abfahrtzeit an den Kunden, Buchung einer Fahrt bei dem Reiseunternehmer unter falschem Datum, Verwechslung der Abfahrtstelle, unzureichende Bemühung um Reiseunterkünfte.

blauer Kasten   Detektei

Durch Fehlleitungen oder Indiskretionen kommt eine Auskunft in falsche Hände, unterlassene Nachmeldung neuer, wesentlicher Tatsachen (z. B. Eintritt der Insolvenzreife), Fehler bei der Ermittlung einer Person führt zur Klage gegen den Falschen und somit zu unnötigen Anwalts- und Prozesskosten.

blauer Kasten   Eventagentur

Veröffentlichung falscher Veranstaltungstermine in Zeitungen, Zeitschriften oder Werbebroschüren; Fehler bei der Vermittlung und Buchung von Personen (Moderator, Künstler etc.); Fehler bei der Vermittlung und Buchung von Räumen und Sachen (z.B. Konferenzsäle, Hotelzimmer, Equipment).

blauer Kasten   Büroserviceunternehmen

Fehler bei Rechen- und Schreibarbeiten, falsch ausgefüllte Formulare, verspätete bzw. unterlassene Weitergabe von Schreiben und fernmündlichen Mitteilungen.

blauer Kasten   Unternehmensberater

Falsche Kostenermittlung, fehlerhafte Organisationsstraffungsmaßnahmen, fehlerhafte Standortanalyse, Fehleinschätzung der Hard- und Softwarepotentiale, falsch prognostizierte EDV-Aufwendungen, lückenhafte Marktanalyse, unnötige Produktionsausweitung, unzureichende Personalplanung.

blauer Kasten   Rechtsanwalt

Beschreiten des falschen Rechtsweges, Fehler in der Prozessführung, Fehlerhafte Rechtsauskunft, Frist- und Terminversäumnisse, mangelhaft erstellte Verträge, unzutreffende Einschätzung bezüglich des Erfolges eines Rechtsmittels, Verjährenlassen von Forderungen, verspäteter Antrag in Vollstreckungssachen, verspätete Einlegung eines Rechtsmittels.