Berufshaftpflicht für Steuerberater / Steuerbüros

  • Berufshaftpflicht­versicherung gesetzlich verpflichtend
  • Personen, Sach- & Vermögensschäden
  • Tarife wählbar über Mindestversicherungs­summe
  • Versicherung ab 11,89 € mtl.

Berufshaftpflicht­versicherung für Steuerberater: Angebote vergleichen

Steuerberater üben einen fachlich anspruchsvollen Beruf aus und übernehmen Verantwortung für die Steuererklärungen ihrer Mandanten. Aufgrund der immensen Komplexität des Steuerrechts sind Fehler in der Beratung nie auszuschließen. Die Berufshaftpflichtversicherung für die knapp 90.000 Steuerberater in Deutschland spielt für diesen Berufsstand daher eine besonders wichtige Rolle.


Ist die Berufshaftpflicht für Steuerberater Pflicht?

Um eine Zulassung zum Beruf zu erhalten, ist der angehende Steuerberater gesetzlich verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Diese Regelung gilt für die freiberuflichen Steuerberater und die Zulassung als Steuerberatergesellschaft. Die Verpflichtung dient ihrem Schutz, damit die finanziellen Risiken durch Fehlberatungen nicht die persönliche Existenz gefährden. Die entsprechende Verpflichtung finden Sie im § 67 Absatz 1 Steuerberatungsgesetz (StBerG).

Eine Berufshaftpflichtversicherung ist wichtig, weil Fehler in der Beratung im Berufsalltag auch dem erfahrensten Steuerberater passieren können und daher nie gänzlich auszuschließen sind. Bereits einfache Zahlendreher können schwerwiegende Auswirkungen nach sich ziehen. Fristversäumnisse sind ebenso möglich wie unterlassene Verweise auf wichtige Änderungen im Steuergesetz. Ein Vermögensversicherungsschutz ist daher Pflicht.


Welche Rechtsformen sind versicherbar?

Es sind unter anderem folgende Rechtsformen gemäß §§ 49ff. StBerG anerkannt.

  • Einzelunternehmer
  • GbR, Sozius
  • Offene Handelsgesellschaften
  • Kommanditgesellschaften
  • Partnergesellschaften
  • GmbH
  • Steuerberatungs-Partnerschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartmbB)
  • im Nebenberuf
  • Klein- oder Auslaufpraxen

Berufshaftpflicht­versicherung für Steuerberater: Was muss abgesichert sein?

Zu den Aufgaben des Steuerberaters gehört die Beratung seiner Mandanten, zum Beispiel in Bezug auf deren Steuererklärungen. Neben der konkreten Erstellung der Steuererklärung und der Beratung zu verschiedenen Steuerfragen klärt der Steuerberater auch über Gesetzesänderungen auf und sorgt dafür, dass sein Mandant wichtige Fristen, etwa für die Abgabe von Erklärungen, einhält.

Daraus ergeben sich verschiedene Risiken, die eine Berufshaftpflichtversicherung für Steuerberater abdecken muss. Sie sollte sich zum einen auf die Absicherung des Beratungsrisikos, der Begutachtungen und Sachverhaltsprüfungen erstrecken, bei dem es zu Fehlern kommen kann. Zudem sollte die Versicherung den Steuerberater bei ungenügender Aufklärung der Mandanten schützen. Außerdem sollte sie beim Versäumen wichtiger Fristen greifen. In allen diesen Fällen kann Sie Ihr Mandant auf Schadenersatz verklagen.

Wichtige Versicherungen für Steuerberater: Berufshaftpflichtversicherung

Was beinhaltet eine Berufshaftpflicht­versicherung für Steuerberater?

In der Berufshaftpflichtversicherung für Steuerberater sind prinzipiell zwei Haftpflichtversicherungen vereinigt. Dazu gehören die Betriebshaftpflicht und die Vermögensschadenhaftpflicht. Beide sind wichtig und bieten gemeinsam einen gründlichen Schutz vor finanziellen Risiken, die sich aus Ihrer Berufsausübung als Steuerberater ergeben.

Betriebshaftpflicht

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Personen- und Sachschäden ab. Sie greift zum Beispiel dann, wenn Sie Sachgegenstände aus dem Eigentum des Mandanten beschädigen oder zerstören. Typische Schadensfälle betreffen den Mietsachschaden am angemieteten Büro oder am Archiv.

Vermögensschadenhaftpflicht

Die Vermögensschadenhaftpflicht dient der Absicherung der Vermögensschäden. Dieser Versicherungsschutz ist für den Steuerberater besonders wichtig, weil er die finanziellen Schäden abdeckt, die zum Beispiel aus einer fehlerhaften Beratung entstehen können.


Wichtige Bedingungen für den Ernstfall

  • Privat- und öffentlich-rechtliche Haftpflichtansprüche
  • Verletzung von Geheimhaltungsverpflichtungen
  • Haftung aus Altverbindlichkeiten
  • Abwehrschutz bei Vorwurf vorsätzlicher oder wissentlicher Pflichtverletzungen
  • Mitversicherung von Angestellten
  • unbegrenzte Nachhaftung nach Betriebsaufgabe
  • Verletzung von Datenschutzgesetzen
  • Versicherungsschutz bei Verstößen gegen Wettbewerb und Werbung


Individueller Versicherungsschutz: Die Mindestversicherungs­summe

Bei der Festlegung der gewünschten Deckungssumme sind Sie als Steuerberater bei der Auswahl einer passenden Berufshaftpflichtversicherung nicht gänzlich frei. Es gelten auch hier gesetzliche Regelungen, und zwar dafür, wie hoch der Versicherungsschutz ausfallen muss und bis zu welcher Summe Schäden mindestens durch die Versicherung abgedeckt sein müssen.

Laut § 67 Abs. 1 StBerG und § 52 Abs. 1, 3 DVStB benötigt der Steuerberater eine Versicherungssumme von mindestens 250.000 Euro pro Versicherungsfall. Die Jahreshöchstleistung muss bei mindestens 1.000.000 Euro liegen.


Berufshaftpflichtversicherung für Steuerberater: So setzen sich die Kosten zusammen

Folgende Faktoren beeinflussen die Versicherungskosten:

  • Höhe der Deckungssumme: Die Kosten für die Versicherung steigen, wenn pro Schadensfall höhere Summen versichert sind.
  • Höhe der Maximierung: Mit der Jahreshöchstleistung steigen auch die Prämien.
  • Unternehmenszahlen: Es spielt eine Rolle, ob die Versicherung für einen einzelnen Steuerberater oder eine Kanzlei gedacht ist und die Unternehmensgröße kann ebenfalls Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie haben.
  • Selbstbeteiligung: Ist diese vereinbart, lassen sich die Kosten für die Versicherung senken.
  • Versicherungsleistungen: Einige Berufshaftpflichtversicherungen sehen Optionen vor, mit denen sich die abgedeckten Leistungen erweitern lassen. Dadurch kann auch die Prämie steigen.
  • Vertragslaufzeit: Versicherungen mit längeren Laufzeiten sind in der Regel günstiger.
  • Zahlungsrhythmus: Hier sind jährliche, halbjährliche, monatliche und quartalsweise Zahlungen denkbar. Häufig sinken die Kosten, wenn Sie weniger Zahlungen in einem Jahr vornehmen, da der Verwaltungsaufwand für den Versicherer geringer ausfällt.

Versicherungsfälle: Schadenbeispiele bei Steuerberatern

Hier sind einige typische Beispiele für Schäden aufgeführt, für die ein Mandant seinen Steuerberater haftbar machen kann und die entsprechend einen Versicherungsschutz erfordern:

Der Steuerberater hat seinen Mandanten falsch über die rechtlichen Zusammenhänge bezüglich dessen Steuererklärung aufgeklärt oder in einer Steuererklärung einen Zahlendreher zu verantworten. Dadurch kann dem Mandanten zum Beispiel eine Steuermehrbelastung entstehen.

Der Steuerberater hätte für seinen Mandanten Erklärungen zum Beispiel für die Umsatzsteuer einreichen müssen und hat diese Frist versäumt.

Es haben sich Änderungen im Steuerrecht ergeben, die für den Mandanten relevant und wichtig sind. Der Steuerberater hat ihn jedoch nicht darüber aufgeklärt, weshalb der Mandant für sein Geschäft keine optimalen Entscheidungen treffen konnte und ihm nun Gewinn entgeht.


Ist eine Exzedentenversicherung sinnvoll?

Bei der Exzedentenversicherung handelt es sich nicht um eine eigenständige Versicherung. Die Zusatzversicherung für die Berufshaftpflicht ist immer dann sinnvoll, wenn Sie bei einem einzelnen Mandanten höhere Schäden versichern möchten, als diese sonst in Ihrer Berufshaftpflichtversicherung vorgesehen sind. Die Exzedentenversicherung dient also der Aufstockung der Vermögensschadenhaftpflicht und ist damit für Steuerberater interessant.

Steuerberater zeigt Mandanten ein Steuerbericht


Weitere Versicherungen für Steuerberater

Sehen Sie sich als Steuerberater diese weiteren Haftpflichtversicherungen an:

  • Inhaltsversicherung für die Kanzlei: Hiermit sichern Sie das Inventar Ihrer Kanzlei ab. Dazu gehört die Betriebseinrichtung wie etwa Computer, Kopierer oder Büromöbel. Andere Bezeichnungen für diese Versicherung lauten Geschäftsinhaltsversicherung, Inventarversicherung oder Betriebsinhaltsversicherung.
  • Betriebliche Rechtsschutzversicherung: Diese Versicherung übernimmt die Anwaltskosten bei der gerichtlichen Durchsetzung von Rechtsinteressen. Sie heißt auch Gewerbe- bzw. Firmenrechtsschutzversicherung.